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quatschmitsauce

Bücher, Bücher, 100000 Bücher

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Tony Goldwyn, Erik Larson
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The Bone Dragon
Alexia Casale
Arthur und die vergessenen Bücher - Gerd Ruebenstrunk, Laurence Sartin Ich habe “Arthur und die Vergessenen Bücher” angefordert, weil es mir schon seit Wochen oder gar Monaten in den Buchblogs immer wieder ins Auge sprang.Alle waren begeistert, mich selbst hat die Geschichte ebenfalls angesprochen und das Cover ist so hüüübsch! (Letzteres ist bei mir altem Cover-Käufer mit das Wichtigste.)Die Idee mit den besonderen, gefährlichen, magischen Büchern, mit denen man die Weltherrschaft an sich reißen kann, hat mein kleines, megalomanisches Herz zum klopfen gebracht.Besonders gut hat mir aber gefallen, dass aus dem schwulen Buchhändler-Paar in Amsterdam kein Aufhebens gemacht wurde. Es gab keine extra Erwähnung, dass es so ist, beziehungsweise hat Arthur, aus dessen Sicht das Buch geschrieben ist, keine zweiten Gedanken daran verschwendet und es so hingenommen, wie es ist: normal. Arthur ist mir sowieso sehr sympathisch geworden, weil er nicht die typischen “Ah, der Mann sagt mir das, also muss es wahr sein, denn er ist ja der Erwachsene”-Züge an sich hat, sondern steht allem erst einmal skeptisch gegenüber, denkt nach, ob es wirklich so sein kann und geht nicht davon aus, dass ihm jeder die Wahrheit sagt. Er ist somit das Yin zu Larissas Yang. Denn Larissa, sein “partner in crime”, ist positiv eingestellt, naiv und glaubt erst einmal sofort alles, was ihr die Leute so weiß machen wollen. Ich persönlich war irgendwann wahnsinnig davon genervt, weil ich auch im echten Leben mit solchen Menschen überhaupt nicht umgehen kann. Ich bin Arthur, ich bin Skeptiker und Pessimist.Bei jedem Buch, gibt es natürlich auch Dinge, die man nicht so toll findet. Mal sind es mehr, mal weniger. Hier sind es weniger und zwar gibt es einen Punkt, der mir absolut nicht gefallen hat: das Tempo.Drei Viertel des Buches waren okay. Erst wird man in die Geschichte eingeführt, was die Vergessenen Bücher (ich kann mich einfach nicht daran gewöhnen, dass das “Vergessenen” groß geschrieben wird) sind, dass jemand sie haben will und dass man sie finden muss, bevor “die Bösen” sie in die Finger kriegen. Danach geht es für Larissa und Arthur nach Amsterdam (was mich ebenfalls stört, aber dazu später). Sie treffen das Buchhändlerpärchen, werden verfolgt, treffen Larissas Traummann und so weiter. Doch das letzte Viertel war dann irgendwie Schlag auf Schlag. Plötzlich geht’s nach Italien und dort passieren… verschiedene Dinge (ich verrate so schon genug). Das war möglicherweise ein missglückter Versuch Spannung und Kurzweil einzubauen. Ich weiß es nicht, was Herr Ruebenstrunk sich dabei gedacht hat, vielleicht seh auch nur ich das so.Eine weitere Sache, die mir nicht gefallen hat, ist zwei Vierzehnjährige allein in ihr Verderben zu schicken. Ich bin allerdings auch 22 Jahre alt und bin mir zu 100% sicher, dass ich, wenn ich es mit 14 gelesen hätte, diese Tatsache total super gefunden hätte. Allein in ein Abenteuer, ein Traum! Nun aber, mit – nennen wir es – Lebenserfahrung und dem Wissen wie der Hase läuft, kann ich rationales Denken auch bei Büchern nicht mehr abschalten und es kommen Gedanken wie zum Beispiel “Was sind das für seltsame und verantwortungslose Erwachsene, die sowas anzetteln?”. Man beachte aber, dass ich kein Problem damit habe, dass die Vergessenen Bücher irgendwelche Superkräfte haben. Prioritäten, I haz them.Dieses Buch ist meiner Meinung nach ein ganz wunderbares Abenteuerbuch für Buchliebhaber unter 16 Jahren und Buchliebhaber im reifen Alter von 22, die ein Buch für einen 24-Stunden-Lesemarathon brauchen, das leicht, fröhlich und grün ist. Ja, grün, denn grün ist eine tolle Farbe.Ich schließe also damit, dass mir die Protagonisten zu jung sind, das aber okay ist, weil ich nicht zur Zielgruppe gehöre und andere, die sich an den für mich auffälligen Logikabweichungen (Vierzehnjährige auf der Jagd nach gefährlichen Büchern und auf der Flucht vor gefährlichen Bücherjägern. Wahnsinnssatz!) nicht stören, es bestimmt großartig finden werden.